Benedikt's profileBenedikt RichterPhotosBlogGuestbookMore Tools Help

Blog


    December 31

    Wissenswertes rund um's Weihnachtsfest

     

    Weihnachten

    Woher stammt eigentlich Weihnachten?

    1. Herkunft

    Weihnachten (auch Christfest oder Heiliger Christ) ist das christliche Fest der Geburt Jesu und damit der Menschwerdung Gottes. Hauptfesttag ist der 25. Dezember, der seit der Reformation am 24. Dezember mit dem Heiligabend (auch Heilige Nacht, Christnacht) beginnt. Er ist in vielen Staaten ein gesetzlicher Feiertag und Auftakt der Weihnachtsferien; in Deutschland, Österreich und Teilen der Schweiz kommt der 26. Dezember als zweiter staatlicher Feiertag dazu.

    Weihnachten ist mit Ostern und Pfingsten eines der drei Hauptfeste (katholisch: Hochfeste) des Kirchenjahres, das mit der Adventszeit beginnt. Die Weihnachtszeit reicht von der ersten Vesper der Geburt des Herrn bis einschließlich zum Sonntag nach Epiphanias, dem Fest der Erscheinung des Herrn (Heiligen Drei Könige).

    Als kirchlicher Feiertag ist der 25. Dezember seit 336 in Rom belegt; die Herkunft des Datums ist umstritten. Oft wird das römische Fest des Sonnengotts als Ursprung angenommen; das germanische Julfest ist erst später belegt.

    Christen und Nichtchristen feiern Weihnachten heute meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken; dieser Brauch ist seit dem 16. Jahrhundert im evangelischen Bereich bekannt. In katholischen Familien fand die Kinderbescherung am Nikolaustag statt. Hinzu kamen alte und neue Bräuche verschiedener Herkunft, zum Beispiel Krippenspiele seit dem 11. Jahrhundert, zudem der Adventskranz (1839), der geschmückte Weihnachtsbaum und der Weihnachtsmann seit dem 19. Jahrhundert. Dieser machte dem Christkind und dem Nikolaus als Gabenbringer für die Kinder in manchen Regionen zunehmend Konkurrenz. Viele Länder verbinden weitere eigene Bräuche mit Weihnachten.

    Gefunden bei:

    www.wikipedia.de

    Interessante Links:

    Heiligabend

    Weihnachtsbrauchtum

    Weihnachten weltweit 

    --------------------------------

    Zusammengestellt von Benedikt Richter - 2009

    Informationen aus: www.wikipedia.de

    Woher kommt der Adventsbrauch?

    Dies erfahren sie aus meiner Zusammenstellung.

     

    Der Adventsbrauch

    Definition

    Advent (aus dem Lateinischen: adventus, Ankunft -> advenit: er kommt) ist der Beginn des christlichen Jahreskreises mit der Vorbereitung auf Weihnachten.

    Geschichte

    Ursprünglich entsprach der Begriff Advent dem griechischen Begriff epiphaneia (Erscheinung, siehe Epiphanias) und bezog sich auf das Ankommen der Gottheit im Tempel oder auf den Besuch eines Königs.

    Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit, die die Alte Kirche auf die Tage zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Erscheinungsfest am

    6. Januar festlegte. Diese acht Wochen ergeben abzüglich der fastenfreien Sonn- und Samstage insgesamt vierzig Tage.

    Die Adventszeit geht zurück auf das 7. Jahrhundert. In der römischen Kirche des Westens gab es zunächst eine wechselnde Zahl von (zwischen 6 - 4) Adventssonntagen, bis Papst Gregor der Große vier Adventssonntage festlegte. Dabei betonte man im gallischen Bereich das endzeitliche Motiv der Wiederkunft Christi, das zur Ausgestaltung des Advents als Zeit einer ernsthaften Buße führte, wohingegen im römischen Einflussbereich das weihnachtliche freudige Ankunftsmotiv der Menschwerdung Gottes Einfluss bekam (siehe O-Antiphonen).

    Dieser Ambivalenz wird an den unterschiedlichen Adventssonntagen in der Liturgie Rechnung getragen.

    Die Adventszeit im kirchlichen Festkalender

    Der erste Advent ist am Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Mit dem ersten Advent beginnt in den katholischen und evangelischen Kirchen das neue Kirchenjahr. Die Adventszeit endet am Heiligen Abend mit dem Sonnenuntergang. In deutschsprachigen Ländern verbreitet sind Rorate genannte Eucharistiefeiern im Kerzenlicht (katholisch).

    Die orthodoxen Kirchen begehen den Advent bis heute sechswöchig, ab dem 15. November (des entsprechenden Kalenders) bis zum 24. Dezember, und als Fastenzeit. Vorgeschlagen sind drei Wochen leichtes Fasten (mit Fisch) und drei Wochen mittelschweres Fasten (kein Fisch). Der Beginn des Kirchenjahres ist hier unabhängig vom Advent der 1. September.

    Der 3. Adventssonntag heißt im Kirchenjahr Gaudete (lat. gaudete (Imperativ): seid froh!). Diese Vorfreude drückt sich in der katholischen Liturgie durch das rosa Messgewand des Priesters aus, das das Violett der anderen Adventstage ablöst.

    Die Adventstradition

    Advent galt früher als Zeit der Stille. Die dunkle Jahreszeit lud dazu ein, zur Ruhe zu kommen, was heutzutage durch die vorweihnachtliche Stimmung in den Geschäftsstraßen der Städte erschwert wird. Statt Adventsliedern werden heute oft schon Weihnachtslieder gespielt.

    Insbesondere für Kinder gibt es Adventskalender verschiedenster Ausprägung. Sie haben 24 Türen, von denen vom 1. bis zum 24. Dezember jeweils eine geöffnet wird.

    Der Adventskranz weist mit seinen vier Kerzen auf das Licht hin, das Christus in die Welt gebracht hat. In den Ostkirchen ist der Adventskranz heute teilweise übernommen und auf sechs Kerzen erweitert worden.

    Man möchte meinen, dass so ein altertümlich anmutender Brauch wie der Adventskranz tatsächlich schon uralt wäre. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Man kann sogar präzise sagen, dass der Adventskranz erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde. Und ebenso präzise lässt sich sagen, dass Geburtsstätte dafür Hamburg war: 1839 ließ der evangelische Theologe Johann Heinrich Wichern (1808-1881) im Betsaal des „Rauhen Hauses“ zum ersten Mal einen hölzernen Leuchter mit 23 Kerzen aufhängen – 19 kleine rote für die Werktage bis Weihnachten, vier dicke weiße für die Sonntage.

    Typisch für die Adventszeit ist außerdem das Zubereiten von Weihnachtsgebäck wie etwa dem Christstollen, welcher nach dem Backen noch einige Zeit reifen muss.

    Wissenswertes:

    Nicht direkt mit dem kirchlichen Begriff "Advent" zu tun hat die Glaubensgemeinschaft der Adventisten. Der Name dieser Kirche bezieht sich nicht auf das Warten des ersten Kommens Christi sondern auf das zweite Kommen, also auf die Wiederkunft Christi und die Apokalypse.

    Zusammengestellt von Benedikt Richter - 2009

    Informationen aus: www.wikipedia.de

    Alles, was einen Anfang hat...

    ...hat auch ein Ende. So auch unser Jahr. Passend hierzu veröffentliche ich hier einen Artikel über das Fest zur Begrüßung des Neujahres und des Brauchtums sowie dessen Entstehung.
     

    Woher stammt dieser Brauch zum Neujahresanfang?

    1. Herkunft

    Die Assoziation des Jahresendes mit dem Namen Silvester geht auf das Jahr 1582 zurück. Zu diesem Zeitpunkt wurde durch die Gregorianische Kalenderreform der letzte Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember verlegt, den Todestag des Papstes Silvester I. († 31. Dezember 335). Der Liturgische Kalender führt diesen Tag seit 813 auch als dessen Namenstag. Bis zur Kalenderreform feierte man an diesem Tag die jüdische Beschneidung Jesu. In einigen Gegenden wird dieser Tag, quasi als Gegenstück zum folgenden Neujahrstag, auch Altjahr oder das Alte Jahr genannt.

    2. Brauchtum

    Im deutschsprachigen Raum wird das Jahr oft mit Feuerwerk, Böllern, Orakel (Bleigießen) oder Mitternachtsgottesdiensten (Mette) beendet. Oft wird auch Glücksklee Oxalis verschenkt. Während das Feuerwerk früher dazu diente, „böse Geister“ zu vertreiben, ist es heute ein Ausdruck von Vorfreude auf das neue Jahr. Bei privaten Silvesterpartys ist Bleigießen weit verbreitet, bei Öffentlichen und Privaten das Öffnen einer Flasche Sekt zum Jahreswechsel.

    In den letzten Jahren wurde immer wieder dazu aufgerufen, auf das Feuerwerk zu verzichten, und das Geld stattdessen für einen wohltätigen Zweck zu spenden. Der bekannteste Aufruf war „Brot statt Böller“ bzw. 2004: „Reis statt Böller“. Ende Dezember 2004 rief wegen der Flutkatastrophe die deutsche Bundesregierung dazu auf, lieber Geld für die Hilfsorganisationen zu spenden, als es für Feuerwerk auszugeben.

    3. Silvester im dt. Fernsehen

    In Deutschland hat sich neben dem Klassiker Dinner for One auch die Folge Sylvesterpunsch (Der Titel wird tatsächlich in dieser Schreibweise eingeblendet!) der Serie Ein Herz und eine Seele einen festen Platz im Fernsehprogramm zu Silvester gesichert.

    Das restliche Rahmenprogramm besteht meist aus Sketchsendungen sowie Liveshows. 2005 moderierte Karl Moik zum letzten Mal den Silvesterstadl und damit auch nach 28 Jahren die letzte Ausgabe seines Musikantenstadl.

    Nicht zu vergessen die Neujahrsansprache, die seit 1970 vom jeweiligen Bundeskanzler vorgetragen wird. Davor wurde sie vom Bundespräsidenten gehalten.

    Gefunden bei:

    www.wikipedia.de

    Interessante Links:

    Chinesisches Neujahrsfest

    Übrigens: Wussten sie, dass "Sylvester" laut Duden nicht korrekt ist? Die richtige Schreibweise der Jahresendfeier ist folgende: SILVESTER !!!

    Zusammengestellt von Benedikt Richter - 2009

    Informationen aus: www.wikipedia.de

    Süßer die Glocken nie klingen...

     

    Passend zu Weihnachten, habe ich hier einige Gedichte, aber auch lustige, aber auch z.T. nachdenkliche Geschichten rund um Weihnachten gesammelt...

    Das Lametta

    Weihnachten naht, das Fest der Feste -                                
    Das Fest des Kindes,
    das Fest der Gäste.hafen
    Da geht es wirklich hektisch zu.
    Von früh bis abends keine Ruh´.
    Ein hetzen, Kaufen, Proben, Messen,
    hat man auch niemanden vergessen?
    So ging´s mir - keine Ahnung habend,
    vor ein paar Jahren, Heilig Abend,
    der noch zudem ein Sonntag war.
    Ich saß grad bei der Kinderschar,
    da sprach mein Weib: Tu dich nicht drücken,
    du hast heut noch den Baum zu schmücken.
    Da Einspruch meistens mir nichts nützt,
    hab kurz darauf ich schon geschwitzt.
    Den Baum gestutzt, gebohrt, gesägt, -
    und in den Ständer eingelegt.
    Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
    Krippenfiguren mit Laterne.
    Zum Schluß - ja Himmeldonnerwetter,
    nirgends fand man das Lametta.

    Es wurde meiner Frau ganz heiß,
    und stotternd sprach sie - ja ich weiß,
    im letzten Jahr wars arg zerschlissen,
    drum ham wirs damals weggeschmissen.
    Und in dem Trubel dieser Tage,
    bei meiner Arbeit, Müh und Plage -
    vergaß ich neues zu besorgen.
    Ich werd was von den Nachbarn borgen.
    Die Nachbarn - links, rechts, drunter, drüber
    die hatten kein Lametta über.
    Da schauten wir uns an verdrossen,
    die Läden sind ja schon geschlossen.
    So sprach ich dann zu meinem Knaben:
    Hört zu, wir werden diesmal haben
    einen Baum - altdeutscher Stil -
    weil mir Lametta nicht gefiel.
    Da gab es Heulen, Schluchzen, Tränen,
    und ich gab nach, den Schmerzfontänen.
    "Hört endlich auf mit dem Gezeter.
    Ihr kriegt 'nen Baum mit viel Lametta!".
    Zwar konnt ich da noch nicht begreifen,
    woher ich nehm die Silberstreifen.
    Doch gerade als ich sucht mein Messer,weihnachtsstern
    da las ich: Hengstenberg-Mildessa.
    Es war die Sauerkrautkonserve.
    Ich kombinier mit Messers-Schärfe,
    hier liegt die Lösung eingebettet,
    das Weihnachtsfest - es ist gerettet!!!
    Schnell wird der Deckel aufgedreht,
    das Kraut gepreßt, so gut es geht,
    zum Trocknen einzeln aufgehängt
    und dann geföhnt, doch nicht versengt.
    Die trocknen Streifen, sehr geblichen
    mit Silberbronze angestrichen.
    Auf beiden Seiten Silberkleid!
    -O freue dich, du Christenheit!-
    Der Christbaum ward einmalig schön,
    wie selten man ihn hat geseh'n.
    Zwar roch's süßsauer zur Bescherung,
    geruchlich gab's ne Überquerung,
    weil mit Benzin ich wusch die Hände,
    dazu noch Räucherkerz und Myrthe,
    der Duft die Menge leicht verwirrte.
    Ne Woche drauf, -
    saß ich im sessel recht gemütlich
    und las dort meine Zeitung friedlich,
    den Bauch voll mit Feiertags-Rester
    -´s war wieder Sonntag - und Silvester.
    Da sprach mein Weib: Du weißt Bescheid,
    es kommen heut zur Abendzeit
    Menzens, Lehmanns und Herr Meier
    zu unserer Silvesterfeier.
    Wir werden feiern wie die Fürsten -
    -s ´gibt Sauerkraut mit Wiener Würstchen.
    Ein Schrei ertönt, entsetzt sie schaut
    "am Christbaum hängt mein Sauerkraut".
    Vergessen neues zu besorgen.
    Ich werde was vom Nachbarn borgen.
    Die Nachbarn - links, rechts, drunter, drüber,
    die hatten leider keines über.
    Da schauten wir uns an verdrossen:
    Die Läden sind ja auch geschlossen.
    Und so ward wieder ich zum Retter,weihnachtseichhörnchen
    nahm ab vom Baume das Lametta.
    Mit Terpentinöl und Bedacht
    hab ich das Silber abgemacht.
    Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
    mit reichlich Essig noch verbessert,
    dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz
    und Curry, Ingwer, Gänseschmalz.
    Dann als das Ganze sich erhitzte,
    -das Kraut, das funkelte und blitzte -
    da konnt ich nur nach oben flehn:
    Laß diesen Kelch vorübergehn.
    Als später dann das Kraut serviert,
    ist auch noch Folgendes passiert:
    Da, eine Dame mußte niesen,
    sah man aus ihrem Näschen sprießen,
    tausend kleine Silbersterne -
    "Mach´s nochmal - ich seh´s so gerne...".
    So rief man ringsrum hocherfreut.
    (Die Dame wußte nicht Bescheid).
    Menzens Cilly sprach zum Hans:
    "Dein Goldzahn hat heut Silberglanz".
    Und einer, der da mußte mal,
    der rief: "Ich hab ´nen Silberstahl !!"
    So gab´s nach dieser Krautmethode,
    noch manche nette Episode.
    Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir:
    Es hat mir gut gefallen hier,
    doch wär die Wohnung noch viel netter,
    hätt´st du am Weihnachtsbaum Lametta!
    Ich konnte da gequält nur lächeln
    und mir nur frische Luft zu fächeln.
    Ich sprach - und klopfte ihm aufs Jäckchen:
    "Im nächsten Jahr, ... da kauf ich hundert Päckchen!". 

    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Das Weihnachts-Poem

    When the last Kalender-sheets
    flattern through the Winter-streets
    and Decemberwind is blowing,
    then is everybody knowing
    that it is not allzuweit:
    she does come, the Weihnachtszeit.
    All the Menschen, Leute, people
    flippen out of ihrem Stübel
    run to Kaufhof,Aldi, Mess
    make Konsum and business.
    Kaufen this and jenes Dings
    abstractand the churchturmglocke rings!
    Manche holen sich a Tännchen.
    When this brennt, they cry: 'Attention!'
    Rufen for the Feuerwehr:
    'Please come quick and rescue here!'
    Goes the Tännchen up in Rauch
    they are standing on the Schlauch.
    In the kitchen of the house
    mother makes the Christmasschmaus.
    She is working, schufting, bakes,
    hit is now her Yoghurtkeks.
    And the Opa says as tester:
    'We are killed bis zu Sylvester.
    ' Then he fills the last Glas Wein,
    yes, this is the Christmastime.
    Day by day does so vergang,
    and the holy night does come.
    You can think,you can remember,
    this is immer in December.
    Then the childrenlein are coming
    candle-wachs is abwärts running
    Bing of Crosby Christmas sings
    while the Towerglocke rings
    and the angles look so fine
    Weil,this is the Weihnachtstime.
    Baby-eyes are big and rund,
    the family feels kerngesund,
    when unterm Baum is hocking -
    really nothing can them shocking.
    They are happy,are so fine,
    this happens in Christmastime.
    The animals all in the house,
    the Hund, the Katz, the bird,the mouse,
    are turning round the Weihnachtstree
    weil they find Kittekat and Schappi
    in the Geschenkkarton von Pappi.
    The family begins to sing
    and wieder does a Glöckchen ring.
    Zum Song vom grünen Tannenbaum
    die Tränen rennen down and down -
    bis the mother plötzlich flennt:
    'Die Gans im Ofen ist verbrennt!'
    because her nose is very fine
    wie jedes Jahr zur Christmastime.

    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Das Weihnachtsgeschenk (O. Henry)

    Ihr ganzes Vermögen war 1 Dollar, 87 Cent, davon 60 Cent in Pennystücken. Alles mühsam zusammengekratzt und gespart. Und morgen war Weihnachten. Nichts blieb übrig, als sich auf die kleine, schäbige Couch zu werfen und zu heulen. Das tat Della denn auch, und es beweist uns, daß sich das Leben eigentlich aus Schluchzen, Seufzen und Lächeln zusammensetzt, wobei das Seufzen unbedingt vorherrscht. Inzwischen betrachten wir das Heim etwas näher. Es ist eine kleine möblierte Wohnung zu acht Dollar in der Woche. Sie sieht nicht gerade armselig aus, ist davon aber auch nicht allzuweit entfernt. Unten im Hausflur hängt ein Briefkasten, in den niemals Briefe geworfen werden; daneben steckt der Knopf einer elektrischen Klingel, der kaum jemand je einen Ton abschmeichelt. Weiter befindet sich dort auch eine Karte, die den Namen "Mr. James Dillingham Young" trägt. Dieses "Dillingham" war während einer Zeit vorübergehen den Wohlstandes ins Leben gerufen worden, als sein Besitzer dreißig Dollar in der Woche verdiente. Jetzt, da das Einkommen auf zwanzig Dollar zusammengeschrumpft ist, muten die Buchstaben von "Dillingham" etwas verschwommen an, als ob sie ernstlich beabsichtigten, sich zu einem bescheidenen anspruchslosen "D" zusammenzuziehen. Wenn aber Mr. J.D.Y. jeweils seine Etage erreichte, so wurde er "Jim" gerufen und von Frau J.D.Y., uns bereits als Della bekannt, zärtlich umarmt, womit das Buchstabenproblem unwichtig wurde. Somit ist alles in bester Ordnung.

    Della hörte zu weinen auf und tröstete ihre Wangen mit der Puderquaste. Sie stand am Fenster und schaute bedrückt einer grauen Katze zu, die im grauen Hinterhof über einen grauen Zaun balancierte. Morgen war Weihnachten, und sie hatte nur das wenige Geld, um Jim ein Geschenk zu kaufen.
    Im Zimmer hing zwischen den Fenstern ein Spiegel. Wie hingewirbelt stand Della plötzlich mit hell leuchtenden Augen vor ihm. Rasch löste sie ihr Haar und ließ es in seiner ganzen Länge fallen.
    Im Besitze der J.D.Y.s gab es zwei Dinge, in die sie ihren ganzen Stolz setzten. Das eine war Jims goldene Uhr, die vor ihm seinem Vater und seinem Großvater gehört hatte. Das andere war Dellas Haar. Hätte in der Wohnung jenseits des Hofes die Königin von Saba gewohnt, Della hätte ihr Haar zum Trocknen aus dem Fenster gehängt, einzig und allein, um die Juwelen und Schmuckstücke ihrer Majestät wertlos erscheinen zu hassen. Und wäre König Salomon mit all seinen aufgestapelten Schätzen selbst Concierge des Hauses gewesen, Jim hätte jedesmal beim Vorbeigehen seine Uhr gezückt, um zu sehen, wie König Salomon sich vor Neid den Bart ausrupfte.
    So fiel Dellas Haar wie ein goldener Wasserfall glänzend und sich kräuselnd an ihr herab. Es reichte ihr bis unter die Knie und formte beinahe einen Mantel. Mit nervösen Fingern steckte sie es rasch wieder auf. Einmal zögerte sie einen Augenblick. Zwei Tränen fielen auf den abgetragenen roten Teppich. Sie schlüpfte in die alte braune Jacke, setzte den alten braunen Hut uf und huschte, immer noch das glänzende Leuchten in den Augen, zur Tür hinaus, die Treppen hinunter und durch die Straße. Sie stand erst still, als sie bei einem Schild anlangte, auf dem zu lesen war: "Mme. Sofronie, An- und Verkauf von Haar aller Art." In einem Satz rannte Della ein Stockwerk hinauf; keuchend hielt sie an und faßte sich. Madame, groß, massig, zu weiß gepudert, sehr kühl, sah kaum aus, als wäre sie "Sofronie".
    "Kaufen Sie mein Haar?" fragte Della. "Ich kaufe Haar", sagte Madame. "Nehmen Sie den Hut ab und zeigen Sie, was Sie haben."

    Herunter rieselte der braune Wasserfall. "20 Dollar", mit geübter Hand wog Madame die Masse. "Geben Sie es, rasch", sagte Della. Oh, und die zwei folgenden Stunden vergingen wie auf rosigen Schwingen. Vergessen war die zermürbende Vorstellung der fehlenden Haare. Sie durchstöberte die Läden auf der Suche nach Jims Geschenk. Endlich fand sie es. Sicher war es für Jim und niemand anders gemacht. Nichts kam ihm gleich in keinem der Läden. Es war eine Platin-Uhrenkette, einfach und geschmackvoll in Form und Zeichnung. Sie war es sogar wert, die Uhr zu ketten. Sobald Della die Kette sah, wußte sie, daß sie Jim gehören mußte. Sie war wie er. Einundzwanzig Dollar nahmen sie ihr dafür ab, und mit den 87 Cent eilte sie heim. Mit dieser Kette au seiner Uhr durfte Jim in jeder Gesellschaft so eifrig, wie er wollte, nach der Zeit sehen. So schön die Uhr war, schaute er nämlich manchmal scheu darauf, weil das alte Lederband, das er an Stelle einer Kette benützte, so schäbig war.
    Als Della zu Hause ankam, ließ ihr Taumel nach, und sie wurde etwas vernünftig. Sie holte ihre Brennschere heraus, zündete das Gas an und machte sich daran, die Verheerung, die Großmütigkeit zusammen mit Liebe angerichtet hatte, wieder gut zu machen, was immer eine Riesenarbeit ist, liebe Freunde - eine Mammutaufgabe.
    Nach vierzig Minuten war ihr Kopf mit kleinen, nahe beisammenliegenden Löckchen bedeckt, die ihr ganz das Aussehen eines Lausbuben gaben. Lange schaute sie ihr Bild an, das der Spiegel zurückwarf, kritisch und sorgfältig. "Wenn Jim mich nicht tötet", sagte sie zu sich selbst, "bevor er mich ein zweites Mal anschaut, so wird er sagen, ich sehe aus wie ein Chormädchen von Coney Island. Aber was konnte ich tun - oh, was konnte ich tun mit i Dollar und 87 Cent?"
    Um sieben Uhr war der Kaffee gemacht, und die heiße Bratpfanne stand hinten auf dem Ofen, bereit, die Koteletts aufzunehmen, die darin gebraten werden sollten.
    Jim kam nie spät. Della nahm die Kette in die Hand und setzte sich auf den Tisch bei der Türe, durch die er immer hereinkam. Dann hörte sie entfernt seinen Schritt im ersten Stockwerk, und für einen Augenblick wurde sie ganz weiß. Sie hatte die Gewohnheit, im stillen kleine Gebete für die einfachsten Alltagsdinge zu sagen, und sie flüsterte vor sich hin: "Lieber Gott, mach, daß er denkt, ich sei immer noch hübsch."


    Die Tür öffnete sich. Jim kam herein und schloß sie. Er war mager und hatte ein sehr ernstes Aussehen. Armer Kerl, erst zweiundzwanzig und schon mit einer Familie beladen. Er hätte dringend einen neuen Mantel gebraucht und hatte keine Handschuhe. - Jim blieb an der Tür stehen so unbeweglich wie ein Jagdhund, der eine Fährte wittert. Seine Augen waren auf Della gerichtet und hatten einen Ausdruck, den sie nicht deuten konnte und der sie erschreckte. Es war nicht Ärger. Della sprang vom Tisch herunter und lief auf ihn zu.
    "Jim, Lieber", rief sie weinend, "schau mich nicht so an. Ich ließ mein Haar abschneiden und verkaufte es, weil ich es nicht ausgehalten hätte, ohne dir ein Geschenk zu Weihnachten zu geben. Es wird wieder nachwachsen. Du bist nicht böse, nicht wahr? Ich mußte es einfach tun. Mein Haar wächst unheimlich schnell. Sag >Fröhliche Weihnachten<, Jim, und laß uns glücklich sein. Du weißt ja gar nicht, welch schönes - wunderbar schönes Geschenk ich für dich habe."
    "Dein Haar hast du abgeschnitten?" fragte Jim mühsam, als hätte er selbst mit der strengsten geistigen Arbeit diese offensichtliche Tatsache noch nicht erfaßt.
    "Abgeschnitten und verkauft", sagte Della. "Verkauft ist es, sag' ich dir, verkauft und fort. Heute ist doch Heiliger Abend, du. Sei lieb, es ist doch für dich. Sei lieb, ich gab es ja für dich weg. Es kann ja sein, daß die Haare auf meinem Kopf gezählt waren", fuhr sie mit plötzlicher, ernsthafter Verliebtheit weiter, "aber niemand könnte je meine Liebe zu dir zählen. Soll ich jetzt die Koteletts auflegen, Jim?"
    Nun schien Jim rasch aus seinem Trancezustand zu erwachen. Er nahm Della in seine Arme. Für zehn Sekunden wollen wir mit diskreter Genauigkeit irgendeinen belanglosen Gegenstand in entgegengesetzter Richtung eingehend betrachten. Acht Dollar in der Woche oder eine Million im Jahr - was ist der Unterschied? Ein Witzbold und ein Mathematiker würden uns beide eine falsche Antwort geben. Indessen zog Jim ein Päckchen aus seiner Manteltasche und warf es auf den Tisch.
    "Du mußt dir über mich nichts Falsches vorstellen, Della", sagte er. "Ich glaube, da gäbe es kein Haarschneiden, Dauerwellen oder Waschen in der Welt, das mich dazu brächte, mein Frauchen weniger zu lieben. Aber wenn du das Paket da auspackst, wirst du sehen, warum ich mich zuerst eine Weile nicht erholen konnte."
    Weiße Finger zogen an der Schnur, rissen am Papier. Ein begeisterter Freudenschrei. Und dann - o weh ein rascher, echt weiblicher Wechsel zu strömenden Tränen und lauten Klagen erforderte die Anwendung sämtlicher tröstender Kräfte und Einfälle des Herrn des Hauses. Denn da lagen sie, die Kämme - die Garnitur von Kämmen, seitlich und rückwärts einzustecken, die Della so ange im Schaufenster einer Hauptstraße bewundert hatte. Fabelhafte Kämme, echtes Schildpatt, mit echten Steinen besetzt - gerade in den Farbtönen, die in dem wundervoll verschwundenen Haar so schön gespielt hätten. Es waren teure Kämme. Sie wußte es. Mit ganzem Herzen hatte sie diese Wunder begehrt. Und jetzt gehörten sie ihr, aber die Zöpfe, die mit diesen begehrenswerten Schmuckstücken hätten geziert werden sollen, waren fort.


    Trotzdem drückte sie sie an ihr Herz, und endlich konnte sie auch mit verschleierten Augen aufsehen und lächelnd sagen: "Mein Haar wächst ja so schnell, Jim!"
    Und dann sprang Della auf wie eine kleine Katze, die sich gebrannt hat, indem sie immerzu "Oh, oh" rief. Jim hatte ja sein wunderschönes Geschenk noch nicht gesehen. Sie hielt es ihm auf der offenen Hand eifrig entgegen. Das wertvolle, matt glänzende Metall schien ihre heitere und feurige Seele widerzuspiegeln.
    "Ist es nicht großartig - das einzig Wahre? Ich habe danach gejagt, bis ich es fand. Du wirst jetzt jeden Tag hundertmal sehen müssen, wieviel Uhr es ist. Gib mir deine Uhr, ich muß sehen, wie die Kette daran aussieht."
    Anstatt zu gehorchen, machte es sich Jim auf der Couch bequem, legte die Hände hinter den Kopf und lächelte.
    "Dell", sagte er, "wir wollen unsere Weihnachtsgeschenke noch für einige Zeit aufbewahren, sie sind zu schön, als daß wir sie jetzt gebrauchen könnten. Denke, ich habe die Uhr verkauft, um das Geld für deine Kämme zu erhalten. Und jetzt, glaub' ich, ist es das beste, du stellst die Koteletts auf".

    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Advent, Advent, ein Kraftwerk brennt

    Auch in diesem Jahr häufen sich Katastrophenmeldungen von Ereignissen, die auf
    zu exzessiven Gebrauch von Weihnachtsdekoration zurückzuführen sind:

    Sonntag,1.Advent 10.00 Uhr.
    In der Reihenhaussiedlung Onkelstieg lässt sich die Rentnerin Erna B. durch
    ihren Enkel Norbert 3 Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers
    installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.

    10 Uhr 14:
    Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante
    Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10
    armigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später
    erstrahlt die gesamte Siedlung Onkelstieg im besinnlichen Glanz von 134
    Fensterdekorationen.

    19 Uhr 03:
    Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Hocklage registriert der wachhabende
    Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommessgeräte für den Bereich
    Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst arglos.

    20 Uhr 17:
    Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von
    96 Halogen-Filmleuchten, durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens, an das
    Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.

    20 Uhr 56:
    Der Diskothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt seinerseits einen Teil zur
    vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines
    Bungalows das Laserensemble Metropolis das zu den leistungsstärksten Europas
    zählt. Die 40 Meter Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer
    der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen
    Geräusch zerbröckelt.

    21 Uhr 30:
    Im Trubel einer Club-Feier im Kohlekraftwerk Sottrup-Hocklage verhallt das
    Alarmsignal aus Generatorhalle 5.

    21 Uhr 50:
    Der 85-Jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des
    Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke.

    22 Uhr 12:
    Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher
    Kleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Onkelstieg. Zuvor war eine Boing
    747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sidney versehentlich in der mit 3000
    bunten Neonröhren gepflasterten Garagenzufahrt der Bäckerei Brohrmeyer gelandet.

    22 Uhr 37:
    Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstrasse Bilder einer
    angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel, die Experten in Housten
    sind ratlos.

    22 Uhr 50:
    Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Sottrup-Hocklage,
    der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend
    jenseits der Belastungsgrenze.

    23 Uhr 06:
    In der taghell erleuchteten Siedlung Onkelstieg erwacht Studentin Bettina U. und
    freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23 Uhr 12
    betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.

    23 Uhr 12 und 14 Sekunden:
    In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrup-Hocklage wie Donnerhall. Durch den  stockfinsteren Ort stapften irre, verwirrte Menschen, Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.

    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Der Christbaumständer

    Beim Aufräumen des Dachbodens - ein paar Wochen vor Weihnachten -entdeckte ein Familienvater in einer Ecke einen ganz verstaubten, uralten Weihnachtsbaumständer. Es war ein besonderer Ständer mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spielwalze. Beim vorsichtigen Drehen konnte man das Lied "O du fröhliche" erkennen. Das musste der Christbaumständer sein, von dem Großmutter immer erzählte, wenn die Weihnachtszeit herankam. Das Ding sah zwar fürchterlich aus, doch da kam ihm ein wunderbarer Gedanke. Wie würde sich Großmutter freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum säße und dieser sich auf einmal wie in uralter Zeit zu drehen begänne und dazu "O du fröhliche" spielte. Nicht nur Großmutter, die ganze Familie würde staunen.
    Es gelang ihm, mit dem antiken Stück ungesehen in seinen Bastelraum zu verschwinden. Gut gereinigt, eine neue Feder, dann müsste der Mechanismus wieder funktionieren, überlegte er. Abends zog er sich jetzt geheimnisvoll in seinen Hobbyraum zurück, verriegelte die Tür und werkelte. Auf neugierige Fragen antwortete er immer nur "Weihnachtsüberraschung". Kurz vor Weihnachten hatte er es geschafft. Wie neu sah der Ständer aus, nachdem er auch noch einen Anstrich erhalten hatte.
    Jetzt aber gleich los und einen prächtigen Christbaum besorgen, dachte er. Mindestens zwei Meter sollte der messen. Mit einem wirklich schön gewachsenen Exemplar verschwand Vater dann in seinem Hobbyraum, wo er auch gleich einen Probelauf startete. Es funktionierte alles bestens. Würde Großmutter Augen machen!
    Endlich war Heiligabend. "Den Baum schmücke ich alleine", tönte Vater. So aufgeregt war er lange nicht mehr. Echte Kerzen hatte er besorgt, alles sollte stimmen. "Die werden Augen machen", sagte er bei jeder Kugel, die er in den Baum hing. Vater hatte wirklich an alles gedacht. Der Stern von Bethlehem saß oben auf der Spitze, bunte Kugeln, Naschwerk und Wunderkerzen waren untergebracht, Engelhaar und Lametta dekorativ aufgehängt. Die Feier konnte beginnen.
    Vater schleppte für Großmutter den großen Ohrensessel herbei. Feierlich wurde sie geholt und zu ihrem Ehrenplatz geleitet. Die Stühle hatte er in einem Halbkreis um den Tannenbaum gruppiert. Die Eltern setzten sich rechts und links von Großmutter, die Kinder nahmen außen Platz. Jetzt kam Vaters großer Auftritt. Bedächtig zündete er Kerze für Kerze an, dann noch die Wunderkerzen. "Und jetzt kommt die große Überraschung", verkündete er, löste die Sperre am Ständer und nahm ganz schnell seinen Platz ein.
    Langsam drehte sich der Weihnachtsbaum, hell spielte die Musikwalze "O du fröhliche". War das eine Freude! Die Kinder klatschten vergnügt in die Hände. Oma hatte Tränen der Rührung in den Augen. Immer wieder sagte sie: "Wenn Großvater das noch erleben könnte, dass ich das noch erleben darf." Mutter war stumm vor Staunen.
    Eine ganze Weile schaute die Familie beglückt und stumm auf den sich im Festgewand drehenden Weihnachtsbaum, als ein schnarrendes Geräusch sie jäh aus ihrer Versunkenheit riss. Ein Zittern durchlief den Baum, die bunten Kugeln klirrten wie Glöckchen. Der Baum fing an, sich wie verrückt zu drehen. Die Musikwalze hämmerte los. Es hörte sich an, als wollte "O du fröhliche" sich selbst überholen. Mutter rief mit überschnappender Stimme: "So tu doch etwas!" Vater saß wie versteinert, was den Baum nicht davon abhielt, seine Geschwindigkeit zu steigern. Er drehte sich so rasant, dass die Flammen hinter ihren Kerzen herwehten. Großmutter bekreuzigte sich und betete. Dann murmelte sie: "Wenn das Großvater noch erlebt hätte."
    Als Erstes löste sich der Stern von Bethlehem, sauste wie ein Komet durch das Zimmer, klatschte gegen den Türrahmen und fiel dann auf Felix, den Dackel, der dort ein Nickerchen hielt. Der arme Hund flitzte wie von der Tarantel gestochen aus dem Zimmer in die Küche, wo man von ihm nur noch die Nase und ein Auge um die Ecke schielen sah. Lametta und Engelhaar hatten sich erhoben und schwebten wie ein Kettenkarussell am Weihnachtsbaum. Vater gab das Kommando "Alles in Deckung!" Ein Rauschgoldengel trudelte losgelöst durchs Zimmer, nicht wissend, was er mit seiner plötzlichen Freiheit anfangen sollte. Weihnachtskugeln, gefüllter Schokoladenschmuck und andere Anhängsel sausten wie Geschosse durch das Zimmer und platzten beim Aufschlagen auseinander.
    Die Kinder hatten hinter Großmutters Sessel Schutz gefunden. Vater und Mutter lagen flach auf dem Bauch, den Kopf mit den Armen schützend. Mutter jammerte in den Teppich hinein: "Alles umsonst, die viele Arbeit, alles umsonst!" Vater war das alles sehr peinlich. Oma saß immer noch auf ihrem Logenplatz, wie erstarrt, von oben bis unten mit Engelhaar und Lametta geschmückt. Ihr kam Großvater in den Sinn, als dieser 14-18 in den Ardennen in feindlichem Artilleriefeuer gelegen hatte. Genau so musste es gewesen sein. Als gefüllter Schokoladenbaumschmuck an ihrem Kopf explodierte, registrierte sie trocken "Kirschwasser" und murmelte: "Wenn Großvater das noch erlebt hätte!" Zu allem jaulte die Musikwalze im Schlupfakkord "O du fröhliche", bis mit einem ächzenden Ton der Ständer seinen Geist aufgab.
    Durch den plötzlichen Stopp neigte sich der Christbaum in Zeitlupe, fiel aufs kalte Buffet, die letzten Nadeln von sich gebend. Totenstille! Großmutter, geschmückt wie nach einer New Yorker Konfettiparade, erhob sich schweigend. Kopfschüttelnd begab sie sich, eine Lamettagirlande wie eine Schleppe tragend, auf ihr Zimmer. In der Tür stehend sagte sie: "Wie gut, dass Großvater das nicht erlebt hat!"
    Mutter, völlig aufgelöst zu Vater: "Wenn ich mir diese Bescherung ansehe, dann ist deine große Überraschung wirklich gelungen." Andreas meinte: "Du, Papi, das war echt stark! Machen wir das jetzt Weihnachten immer so?" 

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- 

    Empfehlenswerte Links zu Weihnachsgeschichten / -gedichten

    Bitte klicken

    Ein wenig zeitaufwändiger, aber auch erfolgsversprechend ist die Suche mithilfe einer Suchmaschine. Dort sind Geschichten wie die oben abgedruckten zu finden. Versuchen sie es mit Suchbegriffen wie "Lustige Weihnachtsgeschichten" oder "Weihnachtsgedichte". Viel Erfolg. 

    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Zusammengestellt von Benedikt Richter - 2009

    Bilder: pixelio.de